
Alternative Antriebskonzepte spielen auch in diesem Jahr wieder eine wichtige Rolle auf der Leipziger Messe Auto Mobil International. Wie schon in den Vorjahren wird ein großer Bereich der Messehalle 3 unübersehbar dominiert von Autogas, der weltweit führenden Kraftstoff-Alternative. Kfz-Hersteller, Energieversorgungsunternehmen, Ausrüster, Technik-Zulieferer und weitere spezialisierte Aussteller präsentieren in Leipzig die gesamte Bandbreite des Autogas-Marktes und der aktuellen Motoren-Technologie für den Flüssiggas-Antrieb. In Deutschland fahren bereits mehr als 320.000 Fahrzeuge mit Autogas. Damit hat der schadstoffarme Kraftstoff sich auch hierzulande als die Nummer eins unter den alternativen Antriebskonzepten durchgesetzt – nicht nur beim Gesamtbestand und den Nachrüstungen, sondern inzwischen auch bei der Zahl der jährlichen Neufahrzeuge. Durch die deutsche Autogas-Flotte ergab sich allein im Jahr 2008 eine Minimierung der CO2-Emissionen aus dem Straßenverkehr um rund 153.000 Tonnen.
Die Vertreter der Flüssiggasbranche haben im Rahmen der AMI 2009 auch auf die beträchtlichen wirtschaftlichen Impulse hingewiesen, die durch den Autogas-Boom in Gang gesetzt werden. Die bisherige Ausstattung der Fahrzeuge und die Errichtung von ca. 4.800 Betankungs-Stationen haben Investitionen von mehr als einer Mrd. Euro mit den entsprechenden Beschäftigungseffekten ausgelöst. Prognosen sehen bis zum Jahr 2015 durch den weiter steigenden Investitionsbedarf und die anfallenden Werkstattleistungen rund ums Autogas ein zusätzliches Wirtschaftsvolumen von nahezu drei Mrd. Euro.
Nach Einschätzung des Deutschen Verbandes Flüssiggas e. V. (DVFG) hat sich die steuerliche Gleichbehandlung der beiden Gaskraftstoffarten Autogas und Erdgas bewährt. Sowohl den Fahrern als auch den Kfz-Herstellern sowie Gasversorgern wird so Planungssicherheit für ihre Kauf- und Investitionsentscheidungen gegeben. Aktuellen Bestrebungen der Erdgas-Wirtschaft, die geltenden Steuervergünstigungen nach dem Jahr 2018 einseitig zu Lasten der Autogasfahrer abzuändern, solle die Politik deshalb nach Ansicht des DVFG-Vorsitzenden Hanns Richard Hareiner eine deutliche Absage erteilen: „Es wäre aus Sicht der Ökologie und der Energieeffizienz fatal, das für den Klimaschutz und die Feinstaubreduzierung bedeutsame Potenzial von mehreren Millionen deutscher Autogas-Fahrzeuge ohne Not zu gefährden.“
März 2009