E-Fuels – großes Potenzial für Klimaschutz und Energiewende

Synthetisch erzeugte Brenn- und Kraftstoffe werden auch als E-Fuels oder Power Fuels bezeichnet. Den gasförmigen oder flüssigen Energieträgern wird inzwischen eine wichtige Rolle zugesprochen, wenn es um das Erreichen der Klimaschutzziele geht. Sie können künftig mithilfe von erneuerbarem Strom treibhausgasreduziert hergestellt und perspektivisch über verschiedene Sektoren hinweg eingesetzt werden.

Der besondere Vorteil für synthetische Kraftstoffe und Brennstoffe: Sie können mittels der schon vorhandenen Anlagen, Logistik und Infrastruktur genutzt werden. Für die Wärmeerzeugung in Privathaushalten würde dies beispielsweise bedeuten, dass weit verbreitete Technologien wie moderne Gas-Brennwert-Heizungen weiter verwendet werden können. Im Bereich Mobilität könnten E-Fuels über das vorhandene Tankstellennetz angeboten werden – ein Punkt, der gerade im Fall von Autogas interessant ist, das mit über 7.100 Tankstellen bundesweit aufwarten kann.

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E-Fuels: synthetisches Flüssiggas passt optimal ins Konzept

Flüssiggas bietet sich als idealer Partner für die Etablierung von E-Fuels an, denn es handelt sich um eine netzunabhängige, gut speicherbare und lagerungsfähige Energie. Synthetisches Flüssiggas wäre somit besonders gut geeignet für eine flexible Nutzung über unterschiedliche Sektoren hinweg. Von Bedeutung ist hier auch die hohe Energiedichte von Flüssiggas: So weist flüssiges Propan mit circa 12,9 Kilowattstunden pro Kilogramm eine etwa 65-mal höhere Energiespeicherdichte als moderne Lithium-Ionen-Akkus auf. Diese speichern pro Kilogramm lediglich 0,2 Kilowattstunden und kommen in Elektro- sowie Hybridfahrzeugen zum Einsatz.

Für den Einsatz als E-Fuel: synthetisches Flüssiggas in der Herstellung

Die Herstellung von synthetischem Flüssiggas, wie es für E-Fuels benötigt wird, erfolgt mithilfe von Kohlenstoff, Wasserstoff und regenerativ erzeugtem Strom: Durch Elektrolyse wird zunächst herkömmliches Wasser in seine Bestandteile – Wasserstoff und Sauerstoff – gespalten. Um Kohlenwasserstoffe wie Propan und Butan zu gewinnen, wird außerdem Kohlenstoff aus der Luft, aus Abgasen oder biogenen Ursprungs benötigt. Die Weiterverarbeitung erfolgt mithilfe der Fischer-Tropsch-Synthese – einem bewährten Verfahren, durch das ein breites Spektrum an Kohlenwasserstoffen unterschiedlicher Kettenlänge erzeugt werden kann. Bislang ist die Fischer-Tropsch-Synthese vornehmlich auf die Erzeugung längerer Kohlenwasserstoffketten, als Propan oder Butan ausgelegt. Die Optimierung von Verfahrensparametern wie Druck und Temperatur sowie die Entwicklung neuer Katalysatorzusammensetzungen können jedoch künftig für Erträge von bis zu 35 Prozent Flüssiggas sorgen. Die weiteren dabei entstehenden Kohlenwasserstoffe können ebenfalls als flüssige Kraft- oder Brennstoffe oder in der Industrie Anwendung finden, zum Beispiel als Prozessöle.

DVFG ist Gründungsmitglied der dena-Initiative Global Alliance Power Fuels

Im September 2018 fiel mit der ersten gemeinsamen Sitzung der Startschuss für die Global Alliance Power Fuels der Deutschen Energie-Agentur (dena). Der DVFG ist im Bündnis von Beginn an als Gründungsmitglied vertreten. Der branchenübergreifende internationale Zusammenschluss hat es sich zum Ziel gesetzt, globale Märkte für synthetische Kraftstoffe und Brennstoffe auf Basis erneuerbarer Energien zu erschließen. Mit dabei sind Unternehmen und Organisationen aus den Bereichen Energie und erneuerbare Energien, Automobil und Luftfahrt, Chemie und Mineralöl, Maschinen- und Anlagenbau, Versicherung sowie Finanzen. Die Allianz soll ein breites Netzwerk aufbauen und internationale Märkte für die sogenannten E-Fuels und Power Fuels sowie die Rahmenbedingungen für ihren Einsatz in verschiedenen Bereichen analysieren. Mit seinem Engagement in der Allianz unterstreicht der DVFG einmal mehr: Flüssiggas wird langfristig eine Rolle im Energieträgermix spielen und die Branche ist bereit, die weitere Entwicklung synthetischer Kraftstoffe und Brennstoffe aktiv mitzugestalten.