Flüssiggas (LPG) und verflüssigtes Erdgas (LNG) sind unterschiedliche Energieträger
Der wichtigste Unterschied liegt in der Bereitstellung: Flüssiggas (LPG) ist ein dezentraler Energieträger, der in einem Tank auf dem Grundstück gespeichert wird. LNG ist Erdgas, das für den Transport per Schiff verflüssigt und anschließend wieder regasifiziert wird, um es in das Erdgasnetz einzuspeisen.
Kurzüberblick
- Flüssiggas (LPG) ist nicht gleich verflüssigtes Erdgas (LNG)
- Flüssiggas (LPG): Propan und Butan
- Verflüssigtes Erdgas (LNG): Methan
- Flüssiggas: leitungsunabhängig; Lagerung im Tank vor Ort
- Erdgasversorgung: über das Erdgasnetz
Die Abkürzungen LPG und LNG klingen ähnlich, stehen aber für unterschiedliche Energieträger
Flüssiggas (LPG) besteht aus Propan und Butan. Verflüssigtes Erdgas (LNG) ist Methan.
Flüssiggas ist leitungsunabhängig und braucht im Gegensatz zu Erdgas keine Anbindung an ein Leitungsnetz. Denn gespeichert wird Flüssiggas in einem Tank, der außerhalb des Hauses ober- oder unterirdisch installiert und mit der Gasbrennwerttherme im Haus verbunden wird.
Die Erdgasversorgung funktioniert anders. Haushalte, die mit Erdgas heizen, sind an das Erdgasnetz angeschlossen. Um den Erdgasbedarf mit LNG zu decken, wird verflüssigtes Erdgas per Schiff an Importterminals oder schwimmende LNG-Terminals mit Regasifizierungsanlagen angeliefert. Damit LNG als Heizenergie genutzt werden kann, muss es nach dem Transport wieder in den gasförmigen Zustand überführt und anschließend in das Erdgasnetz eingespeist werden.
Warum ist Flüssiggas (LPG) gerade für den ländlichen Raum wichtig?
Als dezentraler Energieträger ist Flüssiggas überall dort eine pragmatische Heizoption, wo Erdgas und Fernwärme mangels Netzinfrastruktur keine Rolle spielen
Gerade im ländlichen Raum abseits von Wärmenetzen gibt es viele Bestandsgebäude, die sich besonders für den Einsatz von Flüssiggas eignen. Auch für Hauseigentümerinnen und Hauseigentümer in Orten, in denen das Erdgasnetz stillgelegt werden soll, ist Flüssiggas eine wichtige Alternative für die Wärmeversorgung.
Ist die Versorgung mit Flüssiggas (LPG) gesichert?
Ja. Die Versorgung mit Flüssiggas in Deutschland ist international diversifiziert und dadurch dauerhaft sicher.
Aktuell heizen deutschlandweit rund 620.000 Haushalte mit konventionellem und biogenem Flüssiggas. Wichtige Quellen für die Flüssiggasversorgung sind die Raffinerien in Deutschland. Dort fällt konventionelles Flüssiggas bei der Verarbeitung von Rohöl als Begleitprodukt an. Biogenes Flüssiggas entsteht unter anderem als Nebenprodukt bei der Biokraftstoff-Produktion.
Zudem wird Flüssiggas aus zahlreichen Ländern über die Importterminals in den Niederlanden und Belgien bezogen. Die Lieferungen erreichen die fünf deutschen Binnenterminals entlang des Rheins überwiegend per Schiff und Bahn. Auch das Seehafenterminal Brunsbüttel bezieht Flüssiggas aus internationalen Quellen. Importe aus Russland spielen dabei keine Rolle. Die Infrastruktur zur Versorgung mit Flüssiggas erweist sich als robust und leistungsfähig. Mit Binnenschiffen, Bahnkesselwagen und Tankwagen wird Flüssiggas zu den Verteillagern transportiert. Von dort beliefern Versorgungsunternehmen Flüssiggaskunden zuverlässig per Tankwagen.