Besonders Wissenswertes zum Heizen mit Flüssiggas

In welchen Heizungsanlagen kann Flüssiggas eingesetzt werden?

Alle etablierten und innovativen Heizungstechnologien, die mit Erdgas betrieben werden, funktionieren genauso komfortabel und effizient mit Flüssiggas. Hierzu zählen

Wo werden die Flüssiggas-Tanks installiert?

Flüssiggas-Tanks werden fast immer außerhalb des Hauses aufgestellt und können oberirdisch oder unterirdisch installiert werden. Wer auf seinem Gartengrundstück möglichst wenig Platz investieren möchte und Wert legt auf einen unverstellten Blick, kann den Tank also vergraben lassen. Dann ragt nur der sogenannte Domschacht ein Stück aus der bepflanzbaren Erdschicht heraus.

Worauf muss beim Standort für den Tank geachtet werden?

Oberirdische Tanks müssen sicher stehen und vor Brandeinwirkungen geschützt sein. Bei unterirdischen Tanks ist es besonders wichtig, dass der aus der Erde herausragende Domschacht nicht beschädigt wird. Da Flüssiggas schwerer ist als Luft, sind außerdem Mindestabstände zu Kanaleinläufen, Schächten oder Kelleröffnungen vorgeschrieben, auf die die Flüssiggas-Versorger bei der Installation der Tanks achten. Für die spätere Anlieferung ist wichtig, dass der Tank nicht zu weit von einem geeigneten Stellplatz für den Tankwagen entfernt ist. Denn der Schlauch, über den das Flüssiggas bei der Anlieferung in den Tank gepumpt wird, hat in der Regel eine Maximallänge von 30 bis 35 Metern.

Wie wird das Flüssiggas angeliefert?

Flüssiggas steht leitungsunabhängig zur Verfügung, das heißt es wird – wie Heizöl – in Tankwagen angeliefert und in den Flüssiggas-Tank gepumpt.

Wer ist der richtige Ansprechpartner, wenn es um die Installation von Flüssiggas-Tanks geht?

Flüssiggas-Tanks können gekauft oder gemietet werden. Interessierte Verbraucher wenden sich am besten an einen Flüssiggas-Versorger in ihrer Nähe. Für Miettanks werden Komplettpakete angeboten, die auch die Installation und regelmäßige Wartung der Tanks umfassen.

Wer liefert die Flüssiggas-Tanks?

Angeliefert und installiert werden Flüssiggas-Tanks durch erfahrene Logistikpartner der Versorgungsunternehmen oder durch den Versorger selbst. Besonders beim Einlagern von unterirdischen Flüssiggas-Tanks ist größte Sorgfalt gefragt, damit die Beschichtung des Tanks nicht beschädigt wird. Die Abnahme des Tanks am Aufstellort muss von einer sogenannten zur Prüfung befähigten Person vorgenommen werden.

Wie groß sind die Flüssiggas-Tanks?

Häufig gewählte Standardgrößen für Flüssiggas-Tanks sind 1,2 t, 2,1 t und 2,9 t. Das entspricht jeweils einem Durchmesser von 1,25 m und einer Länge von rund 1,20 m – 2,50 m, 2,10 m – 4,30 m oder 2,90 m – 5,80 m. Die empfohlene Tankgröße hängt ab von der zu beheizenden Fläche, der Anzahl der im Haushalt lebenden Personen und den Heizgewohnheiten. Die abgebildete Grafik zeigt gängige Richtwerte für die Wahl des richtigen Tanks:

Kann Flüssiggas mit Erneuerbaren Energien kombiniert werden?

Ja, Flüssiggas und Erneuerbare Energien bilden ein gutes Team. Verbraucher haben die Wahl zwischen der Kombination einer modernen Gas-Brennwertheizung mit einer Solar-Anlage auf ihrem Dach oder einer Gaswärmepumpe, die ihre Energie sowohl aus einem effizienten Flüssiggas-Brennwertmodul bezieht als auch aus regenerativen Quellen wie Luft, Erde oder Sonne.

Darf Flüssiggas in Wasserschutzgebieten und Hochwassergebieten genutzt werden?

Ja, Flüssiggas darf in Wasserschutzgebieten eingesetzt werden. Anders als Heizöl ist es nicht wassergefährdend. Auch für Haushalte in Hochwassergebieten ist Flüssiggas attraktiv, da die gesetzlichen Auflagen für Heizungsanlagen in diesen Gebieten verschärft wurden.

Was dürfen SHK-Fachhandwerker bei der Installation einer Flüssiggas-Heizungsanlage machen und ab wann sind andere Fachleute erforderlich?

Der SHK-Fachbetrieb für Flüssiggas-Anlagen darf die gesamte Flüssiggas-Verbrauchsanlage errichten. Wenn der Druck der Rohrleitung unter 0,5 bar liegt, darf er auch die Abnahmeprüfung vornehmen. Ab 0,5 bar muss die Abnahme der Rohrleitung durch eine sogenannte zur Prüfung befähigte Person erfolgen, die eine zusätzliche Qualifikation, etwa an der Deutschen Flüssiggas Akademie, durchlaufen hat. Wichtig ist, dass der SHK-Fachbetrieb mit der Anlagentechnik für Flüssiggas vertraut sein sollte. Ist dies nicht der Fall, können auch die Flüssiggas-Versorger mit Fachpersonal unterstützen.

Welche Prüfungen der Flüssiggas-Anlage sind vor Inbetriebnahme und im laufenden Betrieb erforderlich?

Für den sicheren Betrieb einer Flüssiggas-Anlage sorgen regelmäßige Prüfungen. Die äußere Prüfung ist alle zwei Jahre durch eine zur Prüfung befähigte Person vorzunehmen. Die innere Prüfung erfolgt alle zehn Jahre durch den Sachverständigen einer zugelassenen Überwachungsstelle (ZÜS) wie TÜV oder DEKRA. Auch die Niederdruck-Rohrleitungen, die den Flüssiggas-Tank mit der Heizungsanlage im Haus verbinden, müssen geprüft werden – in der Regel alle zehn Jahre, beispielsweise durch einen Fachbetrieb.

Wo sind die Aufkleber mit der Betriebsanleitung und den Sicherheitshinweisen für den Flüssiggas-Tank erhältlich?

Die Aufkleber werden von den Flüssiggas-Versorgungsunternehmen ausgegeben. Eine zur Prüfung befähigte Person prüft alle zwei Jahre, ob die Aufkleber auf dem Tank noch in Ordnung sind, und kann – wenn notwendig – meist sofort für Ersatz sorgen.

Was gibt es bei Flüssiggas im Neubau zu beachten?

Das Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz (EEWärmeG) schreibt für die Wärmeversorgung von Neubauten den Einsatz erneuerbarer Energien vor. Diese muss den Energiebedarf eines Neubaus zu mindestens 15 Prozent sichern. Mit Flüssiggas-Heizungen ist das kein Problem. Verbraucher haben dabei die Wahl zwischen drei Optionen: Die Nutzung von Umweltwärme mit Hilfe einer Gaswärmepumpe, ein effizientes Blockheizkraftwerk (kurz BHKW) oder sie entscheiden sich für die Einbindung einer Solarthermie-Anlage auf dem Dach. Bei der Anschaffung solcher Technologien greift der Staat finanziell unter die Arme.