So funktioniert der Wechsel von Erdgas zu Flüssiggas

Mögliche Stilllegungen von Erdgasnetzen und steigende Netzentgelte verunsichern viele Hauseigentümerinnen und -eigentümer. Wer von Erdgas zu Flüssiggas wechselt, macht seine Wärmeversorgung unabhängig vom Erdgasnetz. Für Gebäude mit Platz für einen Tank auf dem Grundstück ist der Umstieg auf Flüssiggas mit wenigen Anpassungen möglich.

Kurzüberblick

  • Alternative zum Erdgasnetz: netzunabhängige Wärmeversorgung mit Flüssiggas
  • Voraussetzung: Platz für einen Tank auf dem Grundstück
  • Heizung: bestehende Gasbrennwerttherme meist weiter nutzbar
  • Umstellung: mit wenigen Anpassungen möglich
  • Tanklösung: Miete oder Kauf
  • Erneuerbare Option: biogenes Flüssiggas ohne technische Anpassungen einsetzbar

Warum lohnt sich der Wechsel von Erdgas zu Flüssiggas?

Einige Energieversorger und Stadtwerke haben den Rückbau ihrer Erdgasnetze angekündigt. 

Laut Fraunhofer-Prognose führen die Stilllegungspläne zu stark steigenden Netzentgelten. Haushalte, die weiter an das Erdgasnetz angeschlossen bleiben, müssen bis 2045 mit einer Verzehnfachung rechnen.

Eine netzunabhängige Heizalternative für Ein- und Mehrfamilienhäuser mit Platz für einen Tank auf dem Grundstück ist Flüssiggas. Viele Gasthermen sind für den Betrieb mit Erdgas und Flüssiggas geeignet, sodass ein Wechsel des Energieträgers eine pragmatische Möglichkeit ist, sich vor steigenden Netzentgelten zu schützen.

 

Wie läuft die Umstellung von Erdgas auf Flüssiggas ab?

Für die Umstellung auf Flüssiggas wird außerhalb des Hauses ein Tank ober- oder unterirdisch installiert und mit der bestehenden Gastherme verbunden.

Die Umstellung der Gastherme von Erdgas auf Flüssiggas erfolgt bei älteren Geräten mechanisch, zum Beispiel durch den Austausch von Düsen oder Blenden. Bei modernen Geräten ist eine rein softwareseitige Umstellung möglich. Die Heizungsinfrastruktur im Haus bleibt dabei unangetastet. Vorhandene Rohre und Heizkörper können weiterhin genutzt werden.

Was kostet der Wechsel von Erdgas zu Flüssiggas?

Der Flüssiggastank kann in verschiedenen Größen gemietet oder gekauft werden.

Die Jahresmiete beginnt bei etwa 120 Euro und umfasst in der Regel die Prüfkosten. Alternativ ist auch der Kauf eines Flüssiggastanks möglich. Hier ist mit Kosten ab etwa 2.500 Euro zu rechnen – zuzüglich Installation, Prüfung und Wartung. Hinzu kommen die Kosten für die Verlegung der Rohrleitung zum Gebäude durch ein Fachunternehmen. Je nach Bodenbeschaffenheit ist dafür mit etwa 100 bis 150 Euro pro Meter zu rechnen. Die Kosten für die Umstellung der Gasbrennwerttherme auf Flüssiggas hängen vom Gerät und vom erforderlichen Anpassungsaufwand ab. Die Umstellung erfolgt durch eine SHK-Fachkraft und ist in der Regel innerhalb weniger Stunden abgeschlossen.

 

Kann ich auch biogenes Flüssiggas nutzen?

Ja. Biogenes Flüssiggas kann ohne technische Anpassungen an der Heizungsanlage genutzt und in beliebiger Menge beigemischt werden.

Denn der erneuerbare Energieträger weist dieselben chemischen Eigenschaften auf wie konventionelles Flüssiggas. Mit Blick auf das neue Gebäudemodernisierungsgesetz ist das besonders relevant: Mit biogenem Flüssiggas lassen sich die künftigen Anforderungen an klimafreundliches Heizen erfüllen.