Besonders Wissenswertes zum Fahren mit Flüssiggas

Gibt es einen Unterschied zwischen Flüssiggas und Autogas?

Flüssiggas (Liquefied Petroleum gas, kurz: LPG) besteht aus Propan, Butan und deren Gemischen. Wird Flüssiggas als Kraftstoff für Pkw genutzt, spricht man von Autogas. Die in Deutschland gültige Norm DIN 51622 liefert klare Vorgaben für die Zusammensetzung des Energieträgers Flüssiggas. Für Flüssiggas als Kraftstoff gilt darüber hinaus die europäische Norm DIN EN 589, die einen einheitlichen Qualitätsstandard innerhalb der Europäischen Union sicherstellt. Zwischen Autogas und dem für andere Zwecke genutzten Flüssiggas gibt es keine Qualitätsunterschiede. Die Anteile von Propan und Butan können leicht variieren.

Wie weit verbreitet ist Autogas als Kraftstoff?

Autogas ist in Deutschland nach wie vor der am weitesten verbreitete alternative Kraftstoff. Laut Kraftfahrt-Bundesamt waren am 1. Januar 2018 in der Bundesrepublik rund 421.000 Autogas-Fahrzeuge zugelassen.

Wie gut ist das Autogas-Tankstellennetz ausgebaut?

Das Autogas-Tankstellennetz ist in Deutschland sehr gut ausgebaut. Mit bundesweit rund 7.100 Tankstellen ist Autogas an fast jeder zweiten Tankstelle erhältlich. In Europa sind über 30.000 Autogas-Tankstellen in Betrieb.

Wie funktioniert das Tanken mit Autogas?

Das Tanken von Autogas ist ebenso einfach wie das Tanken von Benzin oder Diesel. Anders als bei diesen konventionellen Kraftstoffen wird die Zapfpistole beim Betanken mit dem Füllstutzen fest am Fahrzeug verschraubt, so dass ein geschlossenes System entsteht und kein Gas austreten kann. Die Betankungszeiten sind sehr kurz und vergleichbar mit denen konventioneller Kraftstoffe.

Wie weit kommt man mit einer Autogas-Tankfüllung?

In der Regel bieten Autogas-Fahrzeuge mit einer Tankfüllung eine Reichweite von mindestens 400 Kilometern. Die genaue Reichweite hängt von Fahrweise und Fahrzeugtyp ab.

Inwiefern profitieren Verbraucher vom Umsteigen auf Autogas?

Verbraucher profitieren beim Umsteigen auf Autogas von geringeren Kraftstoffkosten. Noch bis einschließlich 2022 gilt für Autogas wegen der Umweltvorteile des Alternativkraftstoffes eine steuerliche Begünstigung. Doch selbst ohne Steuervorteil wird Autogas – insbesondere für Vielfahrer – weiterhin günstiger als Benzin sein. Anders als Diesel-Fahrer müssen Verbraucher mit Autogas außerdem in Ballungsgebieten keine Fahrverbote fürchten, denn der Alternativkraftstoff verbrennt äußerst schadstoffarm. Ebenfalls für Autogas spricht die breite Verfügbarkeit an bundesweit über 7.100 Autogas-Tankstellen.

Was unterscheidet Autogas- von Erdgas-Fahrzeugen?

Autogas- und Erdgas-Fahrzeuge unterscheiden sich vor allem wegen des unterschiedlich hohen Drucks, bei dem die beiden Energieträger jeweils im Tank gespeichert werden. Das aus Propan und Butan bestehende Autogas verflüssigt sich bereits bei geringem Druck und wird bei 6 bis 8 bar im Tank gespeichert. Der vorgeschriebene maximale Betriebsdruck eines Autogas-Tanks liegt bei 30 bar; bei einer Prüfung auf ihre maximale Belastbarkeit müssen die Tanks bis zu 67,6 bar standhalten können. Erdgas (auch Compressed Natural Gas, kurz CNG) besteht vor allem aus Methan. Der Energieträger wird auf einen Druck von 200 bis 250 bar verdichtet und über Fülleinrichtungen in den Tank gepresst. Der maximale Betriebsdruck eines Erdgas-Tanks liegt mit 260 bar deutlich höher als bei Autogas. Daher sind Autogas-Tanks deutlich leichter und die Umrüstung eines Fahrzeuges auf den Betrieb mit Autogas ist weniger aufwändig und kostengünstiger als eine Umrüstung auf Erdgas.

Welche Fahrzeuge können auf Autogas umgerüstet werden?

Grundsätzlich können alle Benzin-Pkw mit Ottomotoren auf den Betrieb mit Autogas umgestellt werden. Wie aufwändig die Umrüstung im Einzelfall ist, hängt vom konkreten Modell und Motorentyp ab.

Wie viel kostet die Umrüstung auf Autogas?

Die Kosten einer Umrüstung liegen je nach Fahrzeug zwischen 1.800 und 2.700 Euro. Interessierte Verbraucher lassen sich am besten im Fachbetrieb beraten.

Wie schnell amortisiert sich die Investition in eine Umrüstung?

Aktuell gilt noch ein Steuervorteil für Autogas, der von 2019 bis 2022 schrittweise um jeweils rund 3 Cent pro Jahr abgebaut werden wird. Doch selbst wenn diese Förderung 2023 wegfällt, wird Autogas sich weiterhin lohnen: Bei einer jährlichen Fahrleistung von 20.000 Kilometern amortisiert sich die Investition in einen Mittelklassewagen dann nach etwa drei Jahren.

Wo kann mein Pkw auf Autogas umgerüstet werden?

Die Umrüstung eines Pkw auf Autogas gehört in die Hände einer Fachwerkstatt. Interessierte Verbraucher finden über das Internet entsprechende Betriebe in ihrer Nähe.

Was geschieht bei der Umrüstung?

Der Ottomotor selbst wird bei der Umrüstung nicht verändert. Es werden jedoch je nach System – etwa in Abhängigkeit davon, ob es sich um Saugrohreinspritzer oder Direkteinspritzer handelt – unterschiedliche neue Komponenten und zusätzliche Leitungen eingesetzt. Diese neuen Komponenten versorgen den Motor mit Autogas. Die Option des Benzin-Betriebs bleibt parallel erhalten. Die Einbauzeit ist abhängig vom jeweiligen Fahrzeugtyp sowie der Anzahl der Zylinder. In der Regel sollte man ein bis zwei Tagen für eine Umrüstung auf Autogas einrechnen.

Wo wird der Autogas-Tank bei der Umrüstung eingebaut?

Autogas-Tanks werden heute meist innerhalb des Fahrzeuges in der Reserveradmulde im Kofferraum installiert.

Was ist unter einem bivalenten Autogas-Fahrzeug zu verstehen?

Bivalent bedeutet, dass das Fahrzeug sowohl mit Autogas als auch mit Benzin betrieben werden kann. Umgerüstete Fahrzeuge sind in der Regel bivalent: Bei der Umstellung wird in einem serienmäßigen Benzinfahrzeug die zusätzliche Nutzung von Autogas ermöglicht und der Benzinbetrieb bleibt davon unberührt. 

Ist nach der Umrüstung eine Prüfung notwendig?

Ja, eine eingebaute Autogas-Anlage muss überprüft und begutachtet werden. Die Prüfung kann von einer verantwortlichen Person der Werkstatt vorgenommen werden, in der die Autogas-Anlage installiert wurde. Zusätzlich kann die Prüfung von entsprechend geschulten Personen, wie amtlich anerkannten Sachverständigen oder Prüfern für den Kraftfahrzeugverkehr, durchgeführt werden. Zugelassene Prüforganisationen und Prüfingenieure sind ebenso zur Prüfung berechtigt.

Gibt es Autogas-Fahrzeuge ab Werk?

Ja, verschiedene Kfz-Hersteller bieten in Deutschland Autogas-Fahrzeuge bereits ab Werk an. Als Fachverband informiert der Deutsche Verband Flüssiggas marken- und produktneutral und kann daher keine Hersteller empfehlen. 

Gelten für Autogas-Fahrzeuge andere TÜV-Intervalle?

Nein, Autogas-Fahrzeuge werden wie Pkw mit konventionellen Antrieben behandelt.

Ist die Inspektion eines Autogas-Fahrzeugs aufwändiger oder teurer als die eines Benzin- oder Diesel-Pkw?

Nein, die Inspektion ist nicht aufwändiger. Für die zusätzliche Prüfung der Autogas-Anlage und des Tanks kommen überschaubare Kosten in Höhe von 20 – 30 Euro hinzu. Die zusätzlichen Prüfungen von Anlage und Tank sollten regelmäßig alle zwei Jahre von einer Fachwerkstatt durchgeführt werden, die eine Bescheinigung über die Gasanlagenprüfung ausstellt. Diese Bescheinigung kann dann bei der Hauptuntersuchung vorgelegt werden. 

Wie funktioniert eine Autogas-Anlage?

Das flüssige Autogas wird aus dem Tank entnommen und über eine Pumpe zum Motor geführt, wo es entweder in den Ansaugtrakt oder direkt in die Brennkammern eingespritzt wird. Moderne Autogas-Systeme entsprechen prinzipiell einer Benzineinspritzanlage. Ein zusätzliches Gassteuergerät regelt den Autogasantrieb und stellt so eine schadstoffarme und wirkungsoptimierte Verbrennung im Motor sicher.

Sind Autogas-Fahrzeuge sicher?

Autogas-Fahrzeuge sind genauso sicher wie mit Benzin oder Diesel betriebene Pkw. Der Alternativkraftstoff wird bereits unter geringem Druck flüssig und bei 6 bis 8 bar im Tank gespeichert. Autogas-Tanks müssen bei der vorgeschriebenen Prüfung ihrer Belastbarkeit einem Druck von bis zu 67,5 bar standhalten können. Jeder installierte Autogas-Tank durchläuft eine umfangreiche Sicherheitsprüfung und die Bauteile der Autogas-Anlage müssen internationalen ECE-Vorschriften entsprechen. Umfangreiche Sicherheitseinrichtungen wie zum Beispiel ein Sicherheitsventil und ein automatischer Befüllstopp am Tank sorgen dafür, dass sich in der Autogas-Anlage kein zu hoher Druck aufbaut. Ferngesteuerte Absperrarmaturen, Rückschlag- und Rohrbruchventile verhindern einen ungewollten Gasaustritt. Tests des ADAC haben belegt, dass Autogas-Tanks auch harten mechanischen und technischen Belastungen standhalten. 

Muss man beim Abschluss einer Autoversicherung mit höheren Kosten rechnen?

Nein, der Betrieb mit Autogas hat keine Auswirkungen auf die Typklasse oder die Höhe der Beiträge zur Kfz-Versicherung.

Welche Umweltvorteile hat Autogas?

Autogas trägt erstens zur Reduktion von Treibhausgasen bei: Im Vergleich zu fossilen Benzin-Kraftstoffen emittiert Autogas 21 Prozent weniger CO2, im Vergleich zu fossilen Diesel-Kraftstoffen sogar 23 Prozent weniger CO2. Zweitens verbessert der Alternativkraftstoff die Luftqualität: Ein Test mit verschiedenen Testfahrzeugen ergab, dass sich der Ausstoß von Feinstaub-Partikeln mit Autogas im Vergleich zu Testfahrten mit Benzin um bis zu 99 Prozent reduzierte. Die Stickoxid-Belastung fiel beim Autogas-Pkw im Vergleich zum Diesel-Fahrzeug bis zu 51mal niedriger aus.

Zu welchem Umrüster soll ich gehen?

Auf den Internetauftritten der namhaften Autogasanlagen-Hersteller finden sich Verlinkungen zu geprüften Werkstätten, die qualitativ hochwertige Fahrzeugumrüstungen durchführen.