Flüssiggas: umweltfreundliche Energie für den Klimaschutz

Flüssiggas gilt unter anderem wegen seines Beitrages zum Klimaschutz als umweltfreundliche Alternative. Das Treibhauspotenzial der Flüssiggase Propan und Butan ist drastisch niedriger als das von Methan, dem Hauptbestandteil von Erdgas. Ein aufschlussreicher Wert ist in diesem Zusammenhang das sogenannte Global Warming Potential (GWP), das sich für verschiedene Zeithorizonte berechnen lässt: Über 100 Jahre betrachtet übersteigt das GWP von Methan das von Kohlendioxid um das 25-fache, das GWP von Propan und Butan hingegen das von Kohlendioxid nur um das Drei- beziehungsweise Vierfache. Propan wird im Kyoto-Protokoll von 1997 nicht als Treibhausgas gelistet. Gelangt Propan in die Erdatmosphäre, verweilt es dort etwa zwei Wochen – Methan hingegen zwölf Jahre.

Flüssiggas als umweltfreundlicher Energieträger für Wasserschutzgebiete

Eine moderne Heizungsanlage mit Flüssiggas als umweltfreundlichem Brennstoff bietet sich besonders in Wasserschutzgebieten an. Im Unterschied zu Heizöl darf Flüssiggas auch hier gelagert werden, denn es ist nicht wassergefährdend. Wasserschutzgebiete sind wichtige Reservoire für die öffentliche Trinkwasserversorgung. Wer dort wohnen möchte, muss sich daher mit erheblichen Auflagen auseinandersetzen.

Insbesondere bei der Lagerung flüssiger Brennstoffe muss jedes Risiko ausgeschlossen werden, dass etwa Undichtigkeiten der Tanks oder Leitungen das Wasser verunreinigen. Mit einer Flüssiggasheizung können diese Auflagen einfach erfüllt werden.

Darüber hinaus hat Flüssiggas weitere Umweltvorteile hinsichtlich seiner Nutzung: Der Energieträger erzeugt bei der Verbrennung wesentlich weniger klimaschädliches CO2 als beispielsweise Heizöl.

3,08 Millionen Heizungsanlagen ließen sich auf Flüssiggas umstellen

Flüssiggasheizungen verursachen im Schnitt etwa 15 Prozent weniger CO2 als Heizungen, die Heizöl zur Wärmeerzeugung nutzen. Das macht Flüssiggas als umweltfreundlichen, nicht leitungsgebundenen Energieträger insbesondere in ländlichen Regionen zu einer attraktiven Alternative. Insgesamt könnten 3,08 Millionen bisher mit Heizöl betriebene Heizungsanlagen auf Flüssiggas umgestellt werden. Damit wäre für Deutschland eine jährliche CO2-Reduktion von insgesamt rund vier Millionen Tonnen möglich. Der Umstieg auf ein flüssiggasbetriebenes System, zum Beispiel auf moderne Gas-Brennwerttechnik, lohnt sich also für die Umwelt.

Flüssiggas: saubere und umweltfreundliche Energie mit Zukunft

Flüssiggas trägt als umweltfreundlicher Energieträger zur Luftreinhaltung bei: So entsteht bei der Verbrennung von Flüssiggas so gut wie kein Feinstaub, weder in einer Flüssiggasheizung noch in den Motoren von Fahrzeugen, die Autogas als Kraftstoff nutzen. Auch mit seinem niedrigen Stickoxid-Ausstoß kann Flüssiggas punkten – im Wärmemarkt wie im Bereich Mobilität.

Der Energieträger selbst entwickelt sich ebenfalls weiter: Seit 2018 steht biogenes Flüssiggas auf dem deutschen Markt zur Verfügung. Hergestellt wird biogenes Flüssiggas auf Basis organischer Rest-und Abfallstoffe sowie nachwachsender Rohstoffe. Das im Juni 2020 verabschiedete Gebäudeenergiegesetz hat biogenes Flüssiggas als Erfüllungsoption für die Nutzungspflicht erneuerbarer Energien voll anerkannt. Bio-Flüssiggas unterscheidet sich chemisch nicht von der konventionellen Variante und kann daher eingesetzt werden, ohne dass die jeweiligen Anlagen umgerüstet werden müssen.