Flüssiggas: Der besondere Brennstoff

Propan- und Butan-Molekül

Flüssiges Gas – ist das nicht ein Widerspruch? – Flüssiggas besteht aus Propan (C3H8) und Butan (C4H10) und deren Gemischen. Im Normalzustand ist Flüssiggas tatsächlich gasförmig. Doch bei einem relativ geringen Druck von einem bis acht bar und Raumtemperatur wird es bereits flüssig. Dann lässt es sich einfach lagern und transportieren, denn im flüssigen Zustand ist sein Volumen um das 260-fache geringer als im gasförmigen Zustand. Umgekehrt bedeutet das: Aus vier Liter Flüssiggas werden über 1.000 Liter brennbares Gas, das vielseitig etwa in einer Flüssiggasheizung oder als Autogas verwendet werden kann.

Ein Begleitprodukt als Hauptdarsteller

Raffinerie in der Abenddämmerung

Flüssiggas fällt bei der Förderung von Rohöl oder Erdgas als sogenanntes Begleitgas an. Früher wurde dieses Begleitgas oft einfach in die Atmosphäre abgelassen oder „abgefackelt“, also verbrannt. Heute verbieten weltweit immer mehr Regionen das Abfackeln, was sich zusätzlich positiv auf die steigende Verfügbarkeit von Flüssiggas auswirkt. Flüssiggas wird etwa in einer Heizung für die Wärmeversorgung und als Alternativkraftstoff (Autogas) genutzt und trägt zur Ressourcenschonung und zur Diversifikation der Energieerzeugung bei.

Bei der Verbrennung des Energieträgers reagieren die Hauptbestandteile des Flüssiggases – Kohlenstoff (C) und Wasserstoff (H2) – zu Kohlendioxid (CO2) und Wasserdampf (H2O). Da Flüssiggas einen geringeren Kohlenstoffanteil als Heizöl besitzt, setzt es rund 15 Prozent weniger CO2 frei. Zudem weist Flüssiggas einen hohen Heizwert auf. Außerdem gibt es deutlich weniger Luftschadstoffe an die Umwelt ab als andere Energieträger: Flüssiggas erzeugt bei der Verbrennung nur wenig Ruß und Asche, auch die Feinstaub- und Stickoxidemissionen sind niedrig.

Flussdiagram zur Flüssiggas-Beschaffungslogistik

Bio-LPG: umweltschonend und flexibel einsetzbar

Seit 2018 ist eine Bio-Variante von Flüssiggas auf dem deutschen Markt erhältlich, hergestellt als Begleitprodukt der Erzeugung von sogenannten hydrierten Pflanzenölen (HVO), wie zum Beispiel Rapsöl. Das sogenannte Bio-LPG, ein biogenes Flüssiggas, ist eine noch klimaschonendere Alternative zum bewährten konventionellen Flüssiggas, da bei seiner Erzeugung und Verbrennung bis zu 90 Prozent weniger CO2 anfallen. Mehr dazu erfahren Sie hier.

Schon heute überzeugt Flüssiggas neben seinen guten Umwelteigenschaften vor allem mit seiner Vielseitigkeit: Vom Feuerzeug, über die Motoren von rund 400.000 Kraftfahrzeugen sowie etwa 600.000 Heizungsanlagen in zahlreichen Wohn- und Geschäftsgebäuden, bis hin zur chemischen Industrie wird diese besondere Energie an vielen verschiedenen Stellen flexibel genutzt.